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Wir sind
Unerschrocken. Weltweit verstreut. Europastudenten.
Wir haben
nix Konkretes studiert - und das wollen wir nutzen.

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Bevor jetzt der Sommer endgültig da ist, schreibe ich noch schnell einen Beitrag über Schnee, in dem ich mich über unbedarfte Engländer und ein bisschen über die Medien aufrege
Draußen scheint seit drei Tagen am Stück die Sonne – erstmals in diesem Jahr. Wir haben offiziell den Winter überlebt. Und nicht nur irgendeinen Winter – den [...]

 
Posted By Philipp on June 4th, 2010

Letzten Samstag habe ich dann auch endlich mal englische Demo-Erfahrung gesammelt.

Anlass war ein Aufruf der rechtsradikalen EDL (English Defense League), die Newcastle zur Bühne der Auftaktveranstaltung des “Summer of Unrest” erkoren hatten. Angeblich befinden wir uns hier auf rechtem Homeland, wo die EDL glaubte leicht Leute mobilisieren und sich so weiterhin als vox populi zelebrieren zu können. Am Samstag wurden allerdings auch hier das Gros der EDL-Supporter mit Bussen eingefahren. Insgesamt waren es ca. 1000-2000 Demonstranten auf Seiten der Jungnazis. (more…)

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Posted By Philipp on May 30th, 2010

Wenn ich mich über die deutsche Finanzpolitik und Merkel’s Verständnis von der EU auf Foreign Policy informiere, dann heißt das wohl, dass ich auch innerlich im Ausland angekommen bin. Es ist doch Integration, wenn die deutsche Innenpolitik für einen zur Außenpolitik wird?

Spiegel Online, tagesschau und heise überfliege ich aber trotzdem noch täglich :)

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Posted By Philipp on May 25th, 2010

Um den alten Post, in dem ich über die Folgen der General Election hier in England sinniere, und der jetzt schon ein paar Tage von der Realität überholt ist, nach unten zu drängen, schreibe ich einfach mal auf, was hier so in den letzten Tagen passiert ist.

Sunflower Droste by barnoid, on Flickr
Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 2.0 Generic License  by barnoid

So einen beschwingt geschwätzigen Post fängt man natürlich mit einer Bemerkung über das Wetter an: Während man in Deutschland die letzten Tage zwischen grauer Dauerbeschichtung und Weltuntergangsgüssen wählen konnte, hatten wir hier richtig pralles Sommerwetter. Knapp 29 °C wurden in London gemessen, mehr als in Rom und Cannes, und ganz England strömt an die Küsten. Bzw. hier, wo wir schon an der Küste sind, setzen sich alle Leute auf die Wiese mit ihren Instant-Grillapparaten. Wir dann auch, und ich habe mir richtig gutes Beef und Lamm gegönnt. Dazu Nudelsalat, und das Champions-League Finale. Immerhin hat es allen gut geschmeckt.

Die Uni befindet sich momentan in einer merkwürdigen Zwischenphase: Die Kurse sind schon ein paar Wochen zu Ende, und für mich auch schon zwei der drei einzureichenden Hausarbeiten. Noch sind die meisten CCC-Kommilitonen zwar noch hier vor Ort, aber man sieht sich nicht mehr täglich – und weiß, dass in ein paar Tagen sich dann alles endgültig in alle Himmelsrichtungen zerstreuen wird: Anfang Juni ist noch einmal ein Social-Treffen unseres Studiengangs in der Student Union, am 6.6. die letzte Abgabefrist für Hausarbeiten. Und das war er dann auch wohl, unser CCC-Master.

Danach geht es dann auf die WM zu. Man spürt schon, wie es Tag für Tag spannender wird, vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein. Der Pub auf der anderen Straßenseite hat eine Tafel draußen auf den Gehweg gestellt, auf dem tapfer die Tage zur WM runtergezählt werden. Und immer mehr Fahnen tauchen auf, in Pubfenstern sowieso, natürlich nicht der Union Jack, sondern das rote Kreuz auf weißem Grund, ursprünglich verpönt wie das Zeigen der Deutschlandfahne bei uns, aber beim Fußball inszwischen eingebürgert. Unsere brasilianischen Kommilitionen haben sich das offizielle FIFA-Klebebildchen-Sammelheft gekauft, “eine Tradition bei uns, so haben wir uns damals auch kennengelernt.” Mit den Engländern diskutieren wir die Zusammensetzung der Teams, die Stärken und Schwächen der einzelnen Positionen. “Schaffen wir es ins Halbfinale? – Nur, wenn wir nicht gegen Deutschland müssen.” Bald ist es soweit…

Und ich? Ich warte momentan auf einen neuen Laptop. Während der Hitzewelle am Wochenende ist meiner gar nicht mehr angegangen, was unpraktisch ist wenn man an dem Gerät arbeiten muss. Ich hab mich zum Import eines Geräts aus Deutschland entschieden, dass wider Erwarten günstiger ist als vergleichbare Ware hier vor Ort, vor allem, weil es sich um einen kleinen Händler mit eigener Marke handelt. Bis ich das Ding hier in der Hand halte gibt es aber keine Bewertung, und ich warte noch mit gemischten gefühlen: Zwar kann man mit den Leuten nett telefonieren, und landet auch direkt im Büro und nicht an irgendeiner ausgelagerten Hotline-Tristesse, aber ein bisschen überfordert scheinen die guten zu sein. Jedenfalls war der ursprünglich angesagte Liefertermin letzten Freitag, und Mails werden im Moment auch nur verzögert beantwortet. Schaunmamal.

Ansonsten ist gestern das Lost-Finale über die Bühne gelaufen, und somit auch unsere Lost-Abende mit Kommilitonen. Ich werde mich die nächsten Tage wieder hier eingraben, Hausarbeiten schreiben und in den Pausen auf den neuen Laptop warten. Nur am kommenden Samstag ist schon fest eingeplant vor die Tür zu gehen – da gibt es einen großen Aufmarsch der EDL in Newcastle, und die sind ein bisschen so wie die Kameradschaften in Deutschland: auf jeden Fall eine Gegendemonstration wert.

Davon ab werden die nächsten Tage aber erst einmal ruhig.

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Posted By Philipp on May 7th, 2010

Our Only Hope - Sun Cover Parodyby planting seeds

Das große Wahlereignis auf der Insel ist gelaufen, der Hype macht nun der Spannung auf die nächste Regierung Platz. Auch 16 Stunden nach Schließung der Wahllokale wird noch ausgezählt, das offizielle Endergebnis irgendwann im Laufe des Nachmittags erwartet. Die ersten Verlierer stehen aber schon fest: Neben den erwarteten Einbußen der Regierungspartei Labour konnten sich die Liberaldemokraten trotz bejubelter Auftritte in den öffentlichen Debatten und dem damit verbundenen Medienhype nur um (bisher) 1% verbessern. In einigen Bezirken haben sie ihren Vorsprung ausgebaut, andere sicher geglaubte Bezirke dagegen verloren. Und drittstärkste Partei sind sie auch nicht geworden.

Selbst das wäre aber auch nur ein moralischer Vorteil: Denn ins Parlament kommt nicht, wer die meisten Stimmen bekommt, sondern wer die meisten Bezirke gewinnt. Zum Vergleich: 2005 hatte Labour mit gut 35% der Wählerstimmen 356 Sitze, die Tories mit 32% aber nur 198 Sitze gewonnen. In diesem Jahr wurde gerade auch anhand des Abschneidens der LibDems klar, wie antiquiert die institutionalisierte Benachteiligung der kleineren Parteien ist. Neben dem Meckern über das schlechte Wetter wird in dem Zuge auch gerne das Lästern über das veraltete Wahlsystem zur Marotte.

Das Gros der Kritik konzentrierte sich nach 22 Uhr, als alle Wahllokale offiziell geschlossen werden mussten, auf den Ablauf der Wahl: schnell häuften sich über Twitter & Co. zahlreiche Berichte, die die Kommentatoren am Zustand der Demokratie hier im United Kingdom zweifeln ließen. Vergleiche mit der dritten Welt und hämische “warum wollen wir dem Irak eigentlich Demokratie erklären?” Kommentare waren die Reaktionen auf Berichte über verschwundene Briefwahlstimmen (u.a. in York) oder Wahllokale, wo kurzfristig keiner mehr wählen konnte, weil die Wahlzettel alle waren (u.a. in Liverpool). Vor allem aber häuften sich Beschwerden über Leute, die auch nach mehrstündigem Anstehen nicht wählen konnten, weil eben um Punkt 22 Uhr die Wahllokale schließen mussten (z.B. in Nick Cleggs Heimatbezirk in Sheffield). Die britische Studentenorganisation NUS meldete sich mit Berichten über Studenten, die in separate Warteschlange ausgegliedert wurden und deshalb nicht wählen konnten, und in zahlreichen Großstädten – unter anderem auch Newcastle – häuften sich die Beschwerden über Leute, die zu hunderten nicht wählen konnten.

Zum Teil mag das auf die “viktorianischen” Probleme des Wahlsystems zurückzuführen sein, wie die Vorsitzende der Wahlkommission bemerkte, z.T. auch der in einigen Bezirken rekordverdächtigen Wahlbeteiligung geschuldet sein. Andererseits – diese Stimmen waren eher noch zaghaft im erregten Usertumult – darf man sich auch nicht wundern, wenn man von 7 Uhr morgens an 15 Stunden Zeit zu wählen hat, aber erst kurz vor Ladenschluss auftaucht, dass man dann nicht mehr dran kommt.

Während sich die einen aufregten machten sich die anderen ans Zählen – und sind z.T. immer noch dran. Immerhin gibt es auch erste positive Nachrichten zu vermelden: Die BNP, örtliche Nazipartei und Daueraufreger, hat es nicht wie befürchtet geschafft, einen Platz im Parlament zu erringen: Spitzenkandidat Nick Griffin wurde deutlich abgeschlagener Dritter in seinem Bezirk und schob das auf die “hohe Wahlbeteiligung”.

Die Grünen mussten zwar leichte Einbußen hinnehmen, schaffen es aber erstmals in ihrer Geschichte, einen Sitz im Parlament zu erlangen: Die Grüne MEP Caroline Lucas wird nun für Brighton ins Parlament ziehen – vor Bekanntgabe dieses Erfolgs lagen aber erst einmal stolze 8 Stunden Zittern: die Auszählung hatte bis heute früh um sechs Uhr gedauert. Dagegen konnte sich Newcastles Erzrivale Sunderland schon eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale mit den ersten Endergebnissen melden und ist damit erneut Rekordhalter – angeblich wegen “leichteren Wahlzetteln, engagierten Schülerhelfern und der Falttechnik.”

Bei den beiden großen Parteien ist die Stimmung erstmal am Boden; Labour trauert den zahlreichen verlorenen Sitzen hinterher, ein last-minute Aufbäumen hat es nicht gegeben, allerdings auch keine totale Niederlage. Den Tories macht die verpasste absolute Mehrheit zu schaffen – die BBC gerüchtet, einige namhafte Kader hätten die Kampagne von Spitzenkandidat Cameron deshalb auch als kontraproduktiv bezeichnet.

Wie geht es weiter?
Die britische Yellow Press hatte vorher schon beschworen, welche katastrophalen Bedingungen unter einem “hung parliament” so geben wird – am ehesten zu übersetzen mit “Koalitionsregierung”, auch wenn das das Nervenflattern der rechten Pundits nicht treffend widergibt: Erstmals seit den “berüchtigten 5 Monaten in den 70ern” hat keine Partei die absolute Mehrheit. Das Recht zur Koalitionsbildung hat jetzt erstmal Gordon Brown, auch wenn seine Partei weniger Stimmen und weniger Sitze als die Tories habt: Solange kein neuer Premierminister vereidigt ist, bleibt er der Regierungschef (ohne Regierung) und darf eine Koalition bilden. Auch wenn es nicht ganz sicher ist, ob Labour und die Liberaldemokraten zusammen die absolute Mehrheit erringen können.

Letztere sind denn auch eher dafür, dass das “moralische” Recht auf Regierungsbildung nun bei den Tories liegen soll, schließlich haben die die meisten Stimmen errungen. Mit wem dann die LibDems letztendlich koalieren, steht natürlich in den Sternen – die meisten Kommentatoren schätzen aber, dass inhaltliche Übereinstimmungen zu den Tories geringer sind als zu Labour. Andererseits hat sich der Parteichef Nick Clegg im Wahlkampf so demonstrativ als Alternative zu Gordon Brown verkauft, dass es für ihn auch schwierig werden könnte, öffentlich weiter die alte Labour-Regierung zu unterstützen. Immerhin sind die Unkenrufe von vor der Wahl verschwunden, die ausgehend von einem dramatisch schlechteren Abschneiden von Labour schon den prophylaktischen Rücktritt von Brown gefordert hatten.

Insgesamt eine sehr aufregende, wenn auch strapaziöse Nacht – wer hätte gedacht, dass die Damen und Herren in den polling booths alle schön nacheinander auszählen und nicht gleichzeitig. So fühlt es sich jedenfalls an, wenn auch 16 Stunden nach Schließung der Wahllokale noch nicht alle Endergebnisse verkündet sind.

Das Hung Parliament ist unter diesen Umständen wahrscheinlich das Beste, was den Briten passieren konnte. Keine uneingeschränkte Herrschaft der dogmatisch Anti-EU Rechten, kein “weiter so” der schon längst nicht mehr sozialdemokratischen Labour. Stattdessen muss man sich nun mit einer komplexeren Wahllandschaft – und den aufgezeigten Problemen im Wahlablauf und -system – konstruktiv arrangieren.

Es bleibt spannend.

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Posted By Philipp on March 15th, 2010

Offensichtlich arbeitet Labour momentan daran, das bisher nicht demokratisch gewählte House of Lords durch eine neue Kammer zuersetzen:

Leaked blueprints reveal the current 704-seat chamber would be reduced to 300 seats, its members elected under a system of proportional representation.

Nach dem Vorbild des US-Senats soll also das spätmittelalterliche Relikt nach der Wahl evtl. abgeschafft werden – wobei es berechtigt ist zu fragen, wieso Labour nach 13 Jahren an der Macht so etwas erst jetzt angeht. Die Chancen für Labour, die Wahl im kommenden Mai zu gewinnen sind dann auch eher gering, und so ist das ganze wohl leider nicht mehr als ein PR-Manöver: Die nächste (Tory) Regierung kann so öffentlich als Reform-Blockierer dargestellt werden.

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Posted By Philipp on March 13th, 2010

http://europamasterschaft.redio.de/wp/the-more-you-know/

Die Tage, nach einem unserer zahlreichen English Breakfasts, hab ich mit meinem Kollegen so durch mittelinteressante Fußballübertragungen gezappt, und wir sind hängengeblieben bei – Rugby. Ich glaube, das war das erste mal, dass ich bewusst Rugby geguckt hab. Und es war gar nicht so schlimm wie erwartet.

Ok, geschenkt – ungefähr 80% des Spiels besteht aus einem Gewühlhaufen von Leuten, die aus zwei Richtungen gegeneinander drücken. Ein bisschen so wie unkoordiniertes Tauziehen, nur dass man drückt statt zieht, kein Tau hat und eben im Knubbel ist. Der Knubbel heißt Scrum und ist der am wenigsten nachvollziehbare Teil des Spiels.

Ansonsten wird gepasst (immer nur nach hinten), gerannt und gekickt, Punkte gibt es wenn der Ball hinter die Torlinie (beim try) oder durch die Torstangen geht. So weit so gut (wahrscheinlich gibt es noch hunderttausend weitere Regeln und ich stell das grad furchtbar ungenau dar, aber hey, …).

Auf jeden Fall habe ich mir so ein bisschen Rugby erklären lassen, während der Six Nations Cup lief, genauer: England gegen Irland. Und dann behaupte noch einer, der Sport habe keine Integrativkräfte: Nordirland und die Republik haben nämlich im Rugby ein gemeinsames Team. England hat dann auch gepflegt knapp verloren gegen die vereinigten irischen Truppen, obwohl sie einen angeblich wahnsinnig tollen Spieler hatten zum Penalty schießen, aber der hat dauernd verschossen. Hachja.

Wir haben dann doch noch ein bisschen Fußball geguckt. Und anschließend dann Invictus. Wir wussten ja jetzt, worums geht.

Foto: Wikipedia cc-sa

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Posted By mirjam on March 8th, 2010

Über Käse wurde ja nun eigentlich schon gepostet. Sogar zwei mal. Und eigentlich hatte ich auch gar nicht vor, noch mehr darüber zu schreiben. Aber ich lebe nun mal in der Schweiz und da kommt man an Käse nicht vorbei. Und wenn ich über mein Leben berichten will, so muss ich eben auch über Käse berichten.
Bekanntlich wohne ich ja in einer großen WG mit vielen Schweizern. Und wenn wir ein großes gemeinsames Essen organisieren, was essen wir dann wohl? YES!!!!! KÄSE!!!! 100 PUNKTE!!!!!!!!!!!!!!! Und da es neben vielen Schweizern auch ein paar Immigranten im Bertigny gibt, kann ein Fondue auch gleich als Integrationstest dienen. Man kann sich dies so vorstellen, dass wir nicht den schriftlichen Test machen müssen, den normale Einwanderer ablegen müssen, sondern eben praktisch beweisen, dass wir in der Schweiz überleben, sprich: mit Käse umgehen können. Auch ist Fondue zubereiten keine einfache Aufgabe. Brot muss in mundgerechte Happen geschnitten werden, nicht zu klein, nicht zu groß und ein Fondue richtig zu rühren, c’est pas évident! Erst wird der Topf mit Knoblauch eingerieben, dann Weißwein erhitzt und dann langsam nach und nach der Käse hinzugegeben. Doch schon hier sind sich die Schweizer nicht einig. Diverse Stimmen sprechen sich dafür aus, den ganzen Käse auf einmal in den Topf zu kippen. Und dann kommt noch ein kleiner Schuss Kirsch hinzu.  Und dann wird gerührt: nicht zu schnell und nicht zu langsam und in einer Acht. Dies ist unglaublich wichtig, obwohl keiner sagen kann warum. Muss Pfeffer hinzu, oder nicht? Mehr flüssig, weniger flüssig, und immer schön aufpassen, dass es nicht klumpt. Nach einer Stunde Vorbereitung steht das Fondue auf dem Tisch. Einbürgerungstest bestanden!

Glücklicherweise wurde die praktische Prüfung dokumentiert. Nur leider sind die Videos mit den Interviews zu groß für den Upload :(

Posted By Philipp on March 4th, 2010

Das Land in Schockstarre! Churchill ist tot! Krebs!

Moment…

Ok, es war der Enkel, (auch) langjähriger Tory-MP.
Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.

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Posted By Philipp on March 3rd, 2010

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Bevor jetzt der Sommer endgültig da ist, schreibe ich noch schnell einen Beitrag über Schnee, in dem ich mich über unbedarfte Engländer und ein bisschen über die Medien aufrege

Draußen scheint seit drei Tagen am Stück die Sonne – erstmals in diesem Jahr. Wir haben offiziell den Winter überlebt. Und nicht nur irgendeinen Winter – den härtesten seit 31 Jahren.

Im Herbst hatte ich noch zaghaft gehofft: Jetzt wo ich so weit im Norden bin, krieg ich vielleicht auch mal ein bisschen Schnee zu sehen. “Quatsch!”, wurd ich zurecht gewiesen von meinen Geordie-Freunden. “Hier ist Inselklima, hier ist Küstenklima. Es ist wird zwar ungemütlich, aber Schnee haben wir hier nicht.”

Bekannt ist, was danach kam. Ab kurz vor Weihnachten Schnee in rauen Mengen, zumindest für englische Verhältnisse. Geschlossene Flughäfen, geschlossene Schulen, Verkehrschaos, und vor allem: zuwenig Lebensmittel und eine entsprechende “wir werden alle störben” Stimmung inkl. Hamsterkäufe. Denn der Umgang mit Schnee ist den meisten hier fremd: Winterreifen sind komplett unbekannt, im Räumen von und fahren auf Schnee sind sie hier relativ unbescholten. Und kaum ist es mal moderat weiß (wir reden hier von 2-3cm, kein Blizzard), kommt keiner mehr zur Arbeit und alle Welt mummelt sich ein.

Faszinierend auch die Einstellung zum Räumen: Selbst wenn die Straßen durch den Verkehr und/oder Räumfahrzeuge schon wieder frei sind, ist es als Fußgänger lebensgefährlich. Bürgersteige werden nämlich grundsätzlich nicht geräumt, nicht mal in der Innenstadt. Und nach kurzer Zeit hat man statt locker-saftigem Schnee natürlich spiegelglatte Eisbahnen – da läuft man lieber auf der Fahrbahn. Natürlich meckert jeder dadrüber, vor allem wenn es um das Stückchen vor dem eigenen Haus geht: da hat noch immer niemand geräumt! Denn seltsamerweise nimmt niemand mal selbst ne Schüppe in die Hand und macht zumindest die zwei Meter vor dem eigenen Haus frei.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal über mangelnde Schneeräumbereitschaft aufrege, eigentlich der Inbegriff deutscher Blockwartmentalität. Aber hey – wenn da vor deinem Haus 5cm Eis sind dass du nicht mehr heil zum Auto kommst – selbst dann noch warten, bis die Stadtverwaltung kommt (höhö) und da streut?

Immerhin hatten die Leute auch ihren Spaß: auf Twitter fanden sich schon kurz nach dem ersten Schneefall Leute, die unter dem Hashtag #uksnow landesweite den Schneefall bei sich vor Ort subjektiv bewerteten. Das wurde dann automatisch auf einer Karte eingezeichnet, und man konnte sich live angucken, wo im Land gerade wieviel runterkam. Sehr schöne Aktion.

Und auch die in den Medien fleißig geschürte Panik (“Tausende Schulkinder hilflos zu Haus! Hunderte britische Firmen müssen schließen!”) hatte nicht mehr viel zu tun mit der Realität auf den Straßen:

Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß. Und ich weiß jetzt ein bisschen, wie sich die Schweizer fühlen müssen, wenn sie uns (Nord-)Deutsche über die Winterprobleme meckern hören.

Hier noch ein paar Eindrücke vom harten Winter und den Schneemassen, die hier das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht haben:


Fotos: ich, badastronomer (cc)

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Posted By Philipp on March 3rd, 2010

Auch schön: die Amis bauen eine neue Botschaft in London, um ihre gewünschten Sicherheitsmaßnahmen ungestörter umsetzen zu können. Dem geht ein langer Streit voraus, in dem sich Anwohner nach 9/11 schon länger über entsprechende Beeinträchtigungen beschwert und deshalb unter anderem auch schon mal ganzseitige Protest-Anzeigen in der Times geschaltet hatten.

Natürlich lässt man sich da nicht Lumpen – die neue Residenz soll stolze 1 Milliarde Dollar kosten und unter anderem einen 30m Burggraben haben. Immerhin ästhethischer als Sicherheitszäune. Nicht genug, dass sich die Amis aber in London wie auf feindlichem Territorium einschanzen müssen: Sie weigern sich auch die fälligen Steuern zu bezahlen, die beim Bau neuer Gebäude entrichtet werden müssen – immerhin stolze 17.5% Märchensteuer. Allerdings pochen US-Diplomaten auf ihre Steuerfreiheit – und zahlen deshalb u.a. auch keine Verkehrstickets.

Der Umzug soll 2016 stattfinden. Bis dahin wird der Neubau wohl noch für reichlich gute Unterhaltung sorgen…

via fefe

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